23. Oktober bis 5. November
Gruppenausstellung
Gaston Zvi Ickowicz, Guy Goldstein, Noa Giniger, Tomer Sapir. Kurator: Avi Lubin.
Eine Übernahme aus der Chelouche Gallery, Tel. Aviv.

"Grandfather paradox"

Vernissage am 23. Oktober 2010, 19.00 Uhr
mit einer Performance der Akteure des
TWIN Projekts LEA (Ruhr 2010 + Kampnagel)

Ausstellung täglich bis 5.11. 2010
von 14 – 19 Uhr, außer Montag.
Finissage Feitag, 5.11., 19 Uhr

Die Gruppenausstellung GRANDFATHER PARADOX mit Arbeiten von Noa Giniger, Guy Goldstein, Gaston Zvi Ickowicz und Tomer Sapir ist bei ON-OFF-Artprojects zu Gast. Sie wurde im Juli 2010 in der Chelouche Galerie in Tel Aviv gezeigt und wird kuratiert von Avi Lubin.

„Grandfather Paradox“ ist ein Zeitreisen-Paradoxon, das fragt: angenommen, ein Mann reist in die Vergangenheit, tötet seinen Großvater und verhindert somit die eigene Geburt: wie kann er in der Zeit zurück reisen und seinen Großvater töten?

Die wissenschaftlichen Lösungsansätze dieses Widerspruchs sind unterschiedlich. Einige argumentieren, dass eine Zeitreise nur in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit möglich sein kann. Daher könne es auch keine Übergänge von der Gegenwart in die Vergangenheit geben. Andere sprechen von parallelen Universen, die die Existenz unterschiedlicher, ja sogar gegensätzlicher Realitäten erlauben. Die „Hypothese der Kosmischen Zensur" behauptet, dass Zeitreisen in die Vergangenheit nur zu einzelnen Punkten in der Mitte eines schwarzen Lochs möglich sein könnten. Dorthin, wo die Gesetze der Physik nicht gelten und wo es keine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung gibt, wo unbedeutend ist, was zuerst geschah. Die Ironie dieser Hypothese: das Universum selbst offenbart eine kosmische Zensur. Denn der Wissenschaftler, der es schafft, eine Zeitreise zurück zu einem schwarzen Loch zu machen, wird niemals in der Lage sein, zu uns zurück zu kehren und darüber zu berichten.

Die widersprüchliche Realität unseres Lebens zeichnet sich durch häufige Angriffe auf binäres Denken aus (gut und böse, Leben und Tod, anwesend und abwesend) und auf grundlegenden Beziehungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unsere Begegnungen mit einer bruchstückhaften und verzerrten Gegenwart haben eine vielfältige Vergangenheit und Zukunft. In dieser Struktur aus linearen Zeitabläufen und fehlenden Zusammenhängen ist die Realität nur eine mögliche (aber bedeutende) Form der dinglichen Erscheinung.

Die Arbeiten der vier israelische Künstler,Gaston Zvi Ickowicz, Kerl Goldstein, Noa Giniger und Tomer Sapir stellen Fragen im Hinblick auf die Fähigkeiten, in Abhängigkeiten zu denken, in zeitlichen Zusammenhängen und eindeutiger, unmissverständlicher Realität. Dabei nutzen sie verschiedene Medien und Material-Sprachen. Durch Zerlegen, Verwischen, Nachahmen und Verzerren stellen ihre Arbeiten die Möglichkeit einer eindeutigen, zusammenhängenden Gegenwart in Frage. Ihre Aktionen und Diskussion hinsichtlich einer fragmentieren Gegenwart liefern das notwendige „Sprungbrett“, sich Möglichkeiten vorzustellen, den vorherrschenden, „offiziellen“ Ansichten widerstehen zu können.

Die Ausstellung  ist der erste Teil eines Austauschprojekts israelischer und deutscher Künstler. Danach werden sich israelische Künstler über einen Zeitraum von fünf Monaten mit jeweils einem Hamburger Künstler austauschen. Daraus entwickelt sich eine zweite Ausstellung in Hamburg, die im März 2011 ebenfalls Avi Lubin kuratiert. Dazu erscheint ein Katalog mit der Dokumentation der Arbeiten der Künstler. Im Herbst 2011 soll diese Ausstellung dann auch in Tel Aviv gezeigt werden.

Englischer Text siehe:
http://www.artisrael.org/event/2010-06/grandfather-paradox-at-chelouche-gallery-tel-aviv