20. März - 10. April 2012
Noam Omer

SPUREN – Eine Welt im Verschwinden

Bilder und Zeichnungen

Ein Ausstellungsprojekt gegen das Vergessen
und über die Menschlichkeit in ausweglosen Situationen.
Die Geschichte und Portraits der Personen einer geretteten jüdischen-polnischen und einer christlich-deutschen Familie.

20. März  - 10. April 2012  (Verlängerung möglich)
Überseequartier/HafenCity, neben dem Überseequartier Info
Pavillon Osakaallee 16
Metrobus 6/Osakaallee, Parkhaus Überseeallee

Die Ausstellung öffnet
Dienstag – Sonntag 14 - 18 Uhr*,
nach Anmeldung auch außerhalb dieser Zeiten
(Führungen für Schulen usw.) * Ostermontag geöffnet

Vernissage 20.3.2012, 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers

Dienstag, 10. April 19 Uhr:
Finissage der Ausstellung "SPUREN - eine Welt im Verschwinden" des israelischen Künstlers Noam Omer mit Beiträgen von Peggy Parnass und Gunnar von Schlippe.

Gunnar von Schlippe (Ex-Pastor St.Petri) schilderte auf der Vernissage kurz aber mitreißend seine Rettung 1945 durch einen jungen polnischen Bauern. Das Bild dieses Polen steht im Mittelpunkt der Ausstellung von Noam Omer mit weiteren 39, teils sehr großformatigen Bildern rund um zwei damals gerettete Familiengründer. Am Dienstag, den 10. April ab 19 Uhr wird Gunnar von Schlippe ausführlicher zu diesem Thema sprechen.

Peggy Parnass, weit über Hamburg hinaus bekannte Schauspielerin, Kolumnistin, Gerichtsreporterin und Autorin ist ebenfalls anwesend: mit einem Zeitzeugengespräch über ihre Kindheit unter den Nazis und dem Kindertransport nach Schweden.

Osakaallee 16, HafenCity / Überseequartier. Dienstag, 10.4., 19 Uhr

Artikel über Gunnar von Schlippe und seine Rettung:
Bild.de Artikel
Radiosendung zur Ausstellung:
Tidenet.de Artikel




Die bis heute unvorstellbaren Vorgänge der NS-Gewaltherrschaft werfen auch mehr als 60 Jahre danach die Frage auf, wie zukünftig verhindert werden kann, dass Gewalt und Terror das gesellschaftliche Leben bestimmen.

Die Ausstellung „SPUREN – eine Welt im Verschwinden“ regt die Beschäftigung mit dieser Problematik an. Die Ausstellung ist die gemalte Geschichte der Personen zweier Familien – einer christlich-deutschen und einer jüdischen-polnischen, die beide den 2. Weltkrieg auf entgegengesetzten Seiten nur knapp überlebten, weil sie von den „Feinden“ gerettet wurden.

Der Künstler Noam Omer wuchs in Israel unter dem Schatten der Shoa-Erfahrungen und im Licht der Überlebens- und Überwindungsgeschichten seiner Großeltern und Großonkel auf. Diese überlebten als Jugendliche in Polen das Konzentrationslager nur knapp.

Die beiden Geschichten handeln von Situationen, in denen eigentlich keine Rettung mehr denkbar zu sein schien, nicht das kleinste Zeichen von Hoffnung zu erkennen war. Und in denen durch das Menschliche der Akteure, die sich persönlich in Lebensgefahr brachten, die Ereignisse eine Wendung nahmen, die einem Wunder nahe kommen.

Die erste Geschichte handelt von Noams Großonkel Yehiel Kuppermann. Dieser wurde auf Befehl eines SS-Offiziers von einem Kapo schwer verletzt und sollte bei Temperaturen von minus zehn Grad weit ab vom Lager erfrieren. Der Kapo schlich sich nachts zurück, versorgte Yehiel und trug ihn auf den Schultern zurück zum Lager. Der vermeintliche Täter wurde zum Retter seines Opfers unter Gefährdung seines eigenen Lebens.

Die zweite Geschichte ist die von Gunnar von Schlippe, der als 17-jähriger als „Hitlerjunge“ eingezogen wurde. Gunnar erhielt drei Kopfschüsse, nur der Stahlhelm rettete ihn. Ein polnischer Bauer sah nach 5 Jahren deutscher Okkupation trotz allem in dem Feind nur einen verwundeten jungen Mann, brachte ihn zu sich nach Hause und anschließend auf einer Schubkarre in das 8 km entfernte Lazarett, wo eine junge polnische Krankenschwester den Deutschen ebenfalls versorgte und damit rettete.

Prof. Haim Omer/Tel Aviv, und Arist von Schlippe, ebenfalls Prof. für Psychologie/Witten-Herdecke, lernten sich per Zufall kennen und entdeckten die Gemeinsamkeit ihrer Familien-Geschichten. Noam Omer, Haims Sohn, setzte diese Geschichte 2010 und 2011 in über 45 Bilder um.

Yaniv Shapiro, Kurator u. a. am Tel Aviv Museum of Art, schreibt über seine erste Begegnung mit Noam Omer„ ... Aus den Arbeiten trat eine außerordentliche Qualität hervor, eine Vitalität und Energie, die an keiner Kunsthochschule zu erlernen ist. Ich weiß aus Erfahrung, dass eine solche Begegnung mit einem noch unerkannten Künstler sehr, sehr selten ist...“